Angst, Panikattacken, spezifische Phobien

Zur großen Gruppe der Ängste zählen neben der Panikstörung und den generalisierten Ängsten alle Arten von Phobien, also der isolierten Angst vor meist ungefährlichen Situationen oder Objekten. Im ICD-10 (International Classification of Deseases) finden sich an die hundert unterschiedliche Phobiearten.

Beispielsweise bezeichnet die so genannte Agoraphobie im Allgemeinen die Angst vor großen Plätzen oder auch Menschenmengen, also Situationen, in denen man sich - z.B. im Falle von Paniksymptomen - nicht rasch in Sicherheit bringen kann.

Diese Phobie tritt also sehr häufig gemeinsam mit der Panikstörung auf.

Dabei kommt es meist aus heiterem Himmel zu einer physischen und psychischen Alarmreaktion, die für den Betroffenen mitunter als lebensbedrohlich erlebt werden kann, ohne es jedoch tatsächlich zu sein.

Panikattacken können aber auch außerhalb der Agoraphobie aus anderen Gründen auftreten. Typisch für alle Arten von Ängsten ist das Vermeidungsverhalten, das durch die "Angst vor der Angst" verursacht wird und zum einen die Angst noch weiter verstärkt und zum anderen die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann.

Eine weit verbreitete Form der spezifischen Phobie ist die sogenannte Sozialphobie (soziale Ängstlichkeit). Ein gewisses Maß an sozialer Ängstlichkeit ist völlig normal - jeder von uns kennt Situationen, in denen es nicht angenehm ist, der Beobachtung und Bewertung anderer Menschen ausgesetzt zu sein. Auch Schüchternheit stellt für sich keine Störung dar, solange sie nicht als belastend erlebt wird.

Menschen mit Sozialphobie fühlen jedoch mehr oder weniger intensive Angst auf körperlicher und psychischer Ebene in bestimmten sozialen Situationen: Essen und Trinken vor anderen, einer Autoritätsperson gegenübertreten, unter Beobachtung ein Dokument unterschreiben, eine Rede halten, eine fremde Person ansprechen, sich im Lokal in die Mitte setzen, nach einem Weg fragen uvm.

Entscheidend ist, dass diese Angst nicht erlebt wird, wenn die Person alleine ist. Es geht also um die Angst vor negativer Bewertung durch andere.

Dadurch beobachtet sich die/der Betroffene ständig selbst und ist auf gedanklicher Ebene ständig mit Fragen wie „Was denken jetzt die anderen über mich“, „Wie wirke ich gerade auf andere“ usw. beschäftigt.

Besonders, wenn körperliche Symptome, die für andere sichtbar sind auftreten, wie extremes Schwitzen, Erröten oder Zittern, befinden sich sozial ängstliche Menschen in einem echten Teufelskreis.

Die Strategie erster Wahl ist dann leider oft die künftige Vermeidung solcher Situationen, was die Angst jedoch nur verstärkt und die Betroffenen mehr und mehr sozial isoliert. Da die Sozialphobie ein schon lange bekanntes und auch gar nicht so seltenes Phänomen ist, gibt es mittlerweile mehrere, Erfolg versprechende psychologische Behandlungsmethoden. Auch hier lässt sich die klinische Hypnose gut einsetzen.